Memorabilia

Erinnerungsvermögen ist die Fähigkeit, im autobiographischen Gedächtnis vorhandene Repräsentationen von Erlebnissen (= Erinnerungen) zu finden. Das Erinnerungsvermögen ist nicht zu verwechseln mit der Fähigkeit, auswendig gelerntes Wissen von Ereignissen abzurufen. (Wikipedia)
Die S-Bahn rast am Hochhaus vorbei, 70er Jahre Architektur, gelb auf grau, bunte Fetzen betrunkener Bilder hinterlassend. Bellevue. Ein One-Night Stand vor hundert Jahren. Kannst du dich erinnern? Ein Aids-Test danach. Jahrhundertwende in Stein gemeißelt überlagert das Bild. Hackescher Markt. Schicksal schmiegt sich an Schicksal, eng an eng gleiten die Körper im schnellen Rhythmus über das Parkett. Eine Ausstellungs-eröffnung später in der Zeit. Ein rauschendes Fest. Gesichter voll Ausdruck verzerrt, Künstler, Poeten. Nächte in Kneipen die Kulturrevolution planend. Schwanger mit Ideen. Cut-up your mind. Ein Mensch stirbt in der Wohnung seines Freundes. Mit der Nadel im Arm. Im weißen Hochzeitskleid auf den Dächern Millenium feiern. Kurz vor Himmel und die Schärpe windet sich im Wind deiner Phantasie. Steig ein, es ist ein totes Huhn. Die S-Bahn fährt weiter, weiter am Institut des Wissens vorbei, schaufel dir Bildung in dein Kopf. Buch für Buch, Semiotik der Zeichen. Nur der Sand sickert durch. Mit 17 in die Stadt. Eine Handvoll Kunst weiter, mit 35 raus. Inszeniertes Leben, rien ne va plus. Die Erinnerung wiegt schwer in der Stadt der Erinnerung. Tonnen von Jahren schwer, um genau zu sein. Der Kopf geht zu Neige. Berlin, du Hure. An jeder Straßenecke biederst du dich an, Illusionen für Geld, Theater der Grausamkeit. Wer bietet mehr? Halt ein. Copy & paste. Ich nehme den Zug am Hauptbahnhof. Den Schnellzug zurück in mein Leben.
Mehr Ray Caesar, mehr Lowbrow Art.
Nymphen überall

Wo man nur hinsieht: Nymphen. Echo, die von Hera ihrer Stimme beraubt wurde. Lange nicht an Nymphen gedacht. Leukosia, Ligeia und Parthenope, die drei Sirenen, die Odysseus um den Verstand singen wollten. Immer wieder Nymphen. Auch die berühmte Calipso und die zaubermächtige Circe waren beide Nymphen. Noch mehr Nymphen. Besonders schöne Nymphen malt die französische Urban Art Künstlerin CIOU (www.ciou.fr). Nymphen überall und wo sind die Satyrn?
[Nymphe: Griechisch nymphe, lateinisch nympha, eine Braut oder eine heiratsfähige junge Frau. Dasselbe Wort wurde für Symbole der weiblichen Genitalien wie Lotusblüten, Wasserlilien und bestimmte Muscheln benutzt. „Nymphen“ dienten, besonders bei sexuellen Zeremonien, in den alten Tempeln der Großen Göttin als Priesterinnen. Sie stellten dabei das göttliche Prinzip blühender Fruchtbarkeit dar und waren manchmal als Bräute Gottes bekannt.
Das Wort „Nymphe“ wurde im Mittelalter sowohl auf eine Hexe als auch auf eine Fee angewandt, weil beide von den vorchristlichen Feen abstammten.
Die Nymphen versenkten als Naturgeister ihre Seelen angeblich auf ewig in bestimmten Teilen der Natur. Die Natur wurde im Altertum von der Großen Göttin beherrscht, und es gab Wassernymphen, Baumnymphen, Bergnymphen und Nymphen, die in der Erde wohnten, im Meer oder im Feenland. Ihre alte Verbindung mit der Sexualität blieb mehr oder weniger durchgehend erhalten. „Nymphomanie“ ist auch heute noch ein Ausdruck für sexuelle Besessenheit.] → „Das geheime Wissen der Frauen“ – ein Lexikon, Deutscher Taschenbuchverlag.
