Erst habe ich gedacht, geht’s noch, was jammerst du da rum, du verwöhnte Göre, was kommst du so ‚enfant terrible‘ daher in deiner wilden und gebrochenen Schöne-Schauspielerin-Ästhetik, was kokettierst du mit Abgründen, die du gar nicht kennst.

Je öfter ich der bekleideten Asia Argento jedoch auf YouTube beim in die leere Badewanne steigen zuschaue, je öfter ich ihrer verrauchten Stimme lausche, desto neugieriger werde ich auf die Frau. Das was sie sagt, ist so banal, so austauschbar, dass es jeder sagen könnte. Voller Tiefsinn. Zu jedem Zeitpunkt. Welchen verdammten Weg einschlagen? Eine Wahl aus Überdruss. Derive einer Bohème, die alles erlebt hat, was nun? Du mein Freund sagst mir welchen Weg ich einschlagen soll. Welche Zukunft? Ich lebe deine Entscheidung, denn es spielt keine Rolle. Das ist ein meditativer Ich-atme-ein-ich-atme-aus-Moment.  Oder aber Konzept-Kunst im Sinne von Sophie Calle. Vielleicht hat sie aber auch nur zuviel von was auch immer eingenommen und deliriert vor sich hin. Auch das spielt keine Rolle, denn genau diese Ambivalenz lässt einen Hauch von Kult durchscheinen. Im Moment der Verzweifelung noch genug Selbstironie entwickeln, um die Verzweiflung ins Lächerliche zu ziehen. Don’t bother to knock. Ohne Furcht. Ohne Furcht.